Denn du bist, was du isst!

A) Vorwort
Ernährung trägt einen erheblichen Teil zu unserem Wohlbefinden bei. Falsche Ernährung ebenso zu unseren Leiden.
Hast du schon Fett und Zucker reduziert, gute Nährstoffe erhöht und achtest auf ausreichende Mikronährstoffversorgung? Und trotzdem fühlst du dich nicht rundum wohl?
Dann kann dies Ursachen haben, die die Traditionelle Chinesische Medizin, kurz TCM, zu beantworten vermag.

Dieser Blog-Beitrag fasst einfache Ernährungsgrundsätze aus der TCM zusammen. Denn die TCM ist keine „Medizin“, die nur dann eingreift, wenn man krank ist. Die TCM basiert vielmehr auf dem Gedanken der Selbstfürsorge und Prävention, was unter „Yang Sheng“ zusammengefaßt wird. Erkrankung soll gar nicht erst entstehen. Viele der Yang Sheng Grundsätze richten sich an die Ernährung.
Einige meiner Kundinnen fühlen sich schlapp und ausgelaugt. Die Verdauung ist träge oder übereifrig, sie fühlen sich auch nach 8h Schlaf nicht ausgeruht oder können schlecht ein/durchschlafen, haben trockene Augen, schmerzende Muskeln, Haarausfall. Gerade Frauen über 40 leiden oft an einem oder mehreren dieser Beschwerden.
In der westlichen Medizin wird man schnell in die Schublade „Wechseljahre“ gesteckt. Die TCM hingegen nennt als Grund für diese Leiden bei Frauen oft „Mangel an Yang“; die Nierenenergie und die Essenz bei vielen Frauen über 40 sind erschöpft.
Dies kann hervorgerufen werden durch starke mentale bzw. körperliche Belastung, aber auch durch die Geburten selbst und die folgende Mehrfachbelastung von Kindererziehung neben Job und Haushalt.
Die gute Nachricht: man kann Yang und Nierenenergie stärken und den Essenzspeicher wieder nachfüllen.
Oben genannte, aber auch viele weitere Alltagsbeschwerden, lassen sich durch kleine Änderungen in den Ernährungsgewohnheiten gut ausbalancieren.
Die TCM orientiert sich stark an der Natur. Versuchen wir, den Naturgesetzen zu folgen, sind wir ausgeglichener. Wer sich über die theoretischen Prinzipien der TCM-Ernährung informieren möchte, kann hier mehr lesen.
B) Überblick Ernährungs-Tipps aus der TCM
Zu Beginn einige Tipps im Überblick:
- Warmes Frühstück
- Frühstück zwischen 7 und 9 Uhr
- Kein Kaffee auf nüchternen Magen
- Intervallfasten (16h Fasten, innerhalb 8h Mahlzeiten verteilen) oder 3 Hauptmahlzeiten ohne Snacken
- Vor 19 Uhr letzte richtige Mahlzeit; reichhaltige Mahlzeiten vor 18 Uhr
- Sanft gegarte, wenig verarbeitete Produkte, auch als Kompott
- Wenig hiervon: kaltes Essen, Süßigkeiten, Kaffee/Schwarztee, Weißmehl-Produkte, fettes Fleisch
- Milchprodukte reduzieren bei Wasser in den Gliedmaßen, nebeligem Kopf, weiß belegter Zunge, Hautpusteln, Blähbauch
- Temperaturverhalten von Gewürzen und Lebensmitteln beachten
- Kein Obst am Abend bzw. ab dem späten Nachmittag
- Zeit fürs Essen nehmen, richtig kauen
- Regelmäßig ausreichend trinken; auch im Winter
- Viel Schlaf vor Mitternacht; am besten vor 22/23 Uhr
Das Wichtigste: Man muss nicht alles auf einmal umstellen. Kleine Änderungen in den Essgewohnheiten bringen oft schon erste Besserungen. Zudem kann man bei kleinen Änderungen schneller merken, welche Maßnahme eine direkte positive Wirkung hatte.
C) Ausführliche Ernährungstipps aus der TCM
1. Iss regelmäßig und zur richtigen Zeit
a) Iss deine Mahlzeiten möglichst zur gleichen Tageszeit.

Auch die westliche Medizin bestätigt, dass der Magen durch die stets gleiche Uhrzeit trainiert wird, die Verdauungssäfte rechtzeitig bereitzustellen. Das fördert wiederum die Verdauung.
Diese Verdauungssäfte sollten jedoch nicht durch zu viel Flüssigkeit vor und während der Mahlzeit weggespült werden.
b) Frühstücke zwischen 7 und 9 Uhr.
Die TCM empfiehlt ein Frühstück zwischen 7 und 9 Uhr. In dieser Zeit liegt die Hoch-Aktiv-Zeit des Magens. Der Magen ist nach der nächtlichen Ruhepause bereit, die erste Nahrung des Tages aufzunehmen und sie direkt der Energiebereitstellung zuzuführen. Im Magen fängt die Produktion des in der TCM elementaren Qi an.
Bleibt die Nahrung am Morgen aus, gibt es kein Qi aus der Nahrung.
c) Iss kein Obst am Abend.
Kinder sollten nicht nach 16 Uhr, Erwachsene nicht nach 18 Uhr Obst essen. Schafft der Körper es nicht, das Obst bis zur nächtlichen Regenerationspause zu verdauen, liegt das Obst im Verdauungstrakt. Dort vergärt es dann. Im Vergärungsprozess entsteht Alkohol. Dieser wiederum muss abgebaut werden und belastet die Leber oder tut im Körper das Seinige. Wer oft unter Blähungen leidet, sollte hierauf achten.
d) Iss nicht zu spät.
Je nach Schlafgewohnheit sollte genug Zeit zwischen Essen und Schlaf liegen. Ein voller Bauch, erst recht mit reichhaltigem Essen, läßt uns schlecht einschlafen. Wer idealerweise vor 23 Uhr schlafen geht, sollte daher reichhaltiges Essen nicht nach 18 Uhr zu sich nehmen. Laut TCM sollte bis Mitternacht alle Verdauung abgeschlossen sein, weil ab dann die Hoch-Regenerations-Zeit der Leber beginnt. Kann die Leber nicht regenerieren, weil sie noch mit der Verdauung beschäftigt ist, können Beschwerden wie Gereiztheit, schmerzende Sehnen oder brüchige Fingernägel die Folge sein.
Hier findest du meinen Blog-Artikel zu gutem Schlaf.
2. Intervallfasten
a) Iss nicht zwischen den Mahlzeiten.
Nach dem Frühstück sollten höchstens 2 weitere Hauptmahlzeiten eingenommen werden. Sprich keine Jausen, Obstpausen, Süßigkeiten und Herumgesnacke.
Ausnahmen bestätigen die Regel! Bspw. sollten Menschen, die an Migräne leiden, ihren Blutzuckerspiegel nie ganz herunterfahren. Denn das kann die Migräne befeuern. Für Migränebetroffene gilt daher, regelmäßig kleine, leicht verdauliche Snacks einzubauen (Reiswaffeln etc.). Hier findest du meinen Blog-Artikel zu Migräne und Kopfschmerz.
2 bis 3 Mahlzeiten am Tag genügen den meisten Menschen, um die Energie am Laufen zu halten. Großer Mehrwert des Intervallfastens ist, dass sich in der Zeit des Fastens
- die Verdauungsorgane auf die vollständige Nahrungsverwertung konzentrieren können,
- die Bauchspeicheldrüse nicht ständig mit der Produktion von Insulin beschäftigen muss (Studien dazu, ob Intervallfasten ein Diabetesrisiko verringern kann, laufen derzeit) und
- die Darmwände nach der Dehnung wieder zusammenziehen können. Ein flacher Bauch ist der Dank dafür.
Intervallfasten kann man bspw. im 8:16 Rhythmus (16h Fasten, innerhalb 8h Nahrungsaufnahme) oder auf 3 Mahlzeiten verteilt mit großer Nachtpause. Zwischen den einzelnen Mahlzeiten wird nichts gegessen: Dies ist meine persönliche Präferenz, weil es besser zu mir und meinen jeweiligen Tagesrhytmen passt:
b) Oma´s Sprichwort
… gilt nämlich auch in der TCM:
Ein Frühstück zwischen 7 und 9 Uhr – Essen wie ein Kaiser.
Ein Mittagessen zwischen 12 und 14 Uhr – Essen wie ein Fürst.
Ein Abendessen zwischen 17 und 19 Uhr – Essen wie ein Armer.
3. Die richtige Temperatur
a) Iss viele warme Mahlzeiten
Wer einmal in China war weiß, dass Chinesen jede Mahlzeit warm, sprich gekocht einnehmen. Übrigens nicht nur Chinesen. Auch im Rest Asiens und auch im Orient ist das so.
Die TCM empfiehlt unbedingt ein warmes Frühstück. Vielleicht hilft dieses Bild: ein gemütlich warmer, elastischer Magen mit 36 Grad Betriebstemperatur wartet auf die Nahrung. Was er bekommt, ist eine kalte Dusche aus 8 Grad kalter Milch, einem harten Apfel, Nüsse und festen Müslischalen. Er erschrickt, krampft sich zusammen und ist erst einmal eine Weile beschäftigt, sich selbst und die kalte „Suppe“ zu erwärmen. An Zersetzung und Aufspaltung ist noch gar nicht zu denken. Viel Aufwärm-Energie geht erst einmal verloren, bevor überhaupt Energie gewonnen werden konnte. Während dessen liegt der kalte Brei schwer im Magen herum. Die TCM geht davon aus, dass sich in diesem Stadium „schlechte Feuchtigkeit“ im Magen bilden kann. Schwere Beine, Wassereinlagerungen, Schleimbildung oder ein benebelter Kopf können die Folge sein.
Extra-Tipp: Ein lauwarmes Glas Wasser oder milder Kräutertee gleich nach dem Aufstehen fördert die Verdauung dieser ersten, so wichtigen Mahlzeit. Aber Vorsicht: nicht direkt vor dem Essen! Sonst spült es die Magensäfte weg.
Und bitte auch keinen Kaffee auf nüchternen Magen trinken.
b) Iss nicht zu kalt und nicht zu heiß – vermeide Temperaturextreme.
Dampfend heiße Speisen/ Getränke reizen die Schleimhäute oder schädigen sie sogar. Des Weiteren trocknet die Hitze von innen aus.
Zu kalte Speisen/ Getränke hingegen kühlen den Körper aus bzw. verbrauchen viel Energie für deren Aufwärmen. Eiskalte Speisen lassen zudem den Magen verkrampfen. Der Magen sollte aber weich und geschmeidig sein.
Nach der TCM ist die Verdauung ein Fermentationsprozess, bei dem Wärme und Feuchtigkeit in feiner Ausgeglichenheit vorherrschen müssen. Ist zu wenig Wärme oder übermäßige Hitze vorhanden, kann die Fermentation nicht stattfinden. Der Nahrungsbrei kann sich in Schleim umwandeln. (siehe unten D b))
Nicht zu viel zu kalt zu essen, gilt insbesondere im Sommer! Da hat es einen weiteren wichtigen Aspekt. Warme Nahrung gleicht aus, was wir dem Körper im Sommer an Kälteschlägen antun: Eiswürfel, Speiseeis, kalte Sommersuppen, kühle Bäder. Das erfrischt zwar im Moment. Aber über den ganzen Sommer kühlen wir unseren Körper dadurch aus. Es verbleibt keine Wärme mehr. Kommt der Herbst, müssen wir erst mühsam wieder Wärme in den Körper bringen. Viele Infekte im frühen Winter können auf diese Auskühlung zurückgeführt werden.
Nahrung/ Getränke in Körpertemperatur sind daher – gerade für geschwächte Organismen – die ideale Temperatur.
c) Beachte das Temperaturverhalten von Nahrungsmitteln.
Die TCM-Ernährung besteht aus einem komplexen Zusammenspiel verschiedener Faktoren. Ein wichtiger Faktor ist das Temperaturverhalten von Nahrungsmitteln.
So wird bspw.
Zimt, Lammfleisch und Knoblauch thermisch „heiß“ beschrieben,
Fenchel, Huhn und Pfirsich als „warm/wärmend“,
Fruchtsäfte, Joghurt und Weizen als „kühlend/erfrischend“,
Schwarztee, Mango und Spargel als „kalt“.
Zudem gibt es „temperaturneutrale“ Lebensmittel wie Erdnüsse, Erbsen, Rind … wobei manche Lebensmittel je nach Quelle unterschiedlich zugeordnet werden.
Eine dieser Tabellen ist hier abrufbar:
Wer ständig friert sollte daher die Finger von Zitronenwasser lassen. Wer unter Gereiztheit leidet oder trockenen Schleimhäuten, sollte bei Ingwer, Zimt und Co. vorsichtig sein.
Vorsicht auch bei Kräutern. So wunderbar ihre Wirkungen sind, so sollte man auch auf deren Temperaturwirkungen achten. Vogelmiere und Löwenzahn entgiften nicht nur ausgezeichnet; sie kühlen stark. Mit heißem Wasser kurz übergießen neutralisiert die kühlende Wirkung. Nelken, Zimt und Ingwer wärmen hingegen gut. Die Zugabe von Zitrusfrüchten neutralisiert dies, sollte zusätzliche Wärme gerade nicht gut für den Organismus sein (siehe unten D c) Hitze im Körper).
Als heißer Tipp in der Erkältungszeit gilt daher Ingwertee mit Zitrone, weil es die starke Wirkung des jeweils anderen ausgleicht.
Wer also zu viele „falsche“ Lebensmittel zur ungünstigen Zeit einnimmt, verfestigt oder befeuert seine Krankheitsbilder.
Weil man nicht alles im Kopf behalten kann, hilft vielleicht der Grundsatz von …
d) Iss saisonal und regional.
Reife, frisch geerntete Nahrungsmittel sind nicht nur voller guter Inhaltsstoffe. Die Natur gibt uns in der Regel genau das, was wir in der jeweiligen Jahreszeit gerade brauchen.
Eine Erdbeere im Sommer bietet nicht nur Vitamine; sie erfrischt und kühlt. Ebenso Kirschen, Kiwi, Brombeeren, Paprika, Gurken, Zitronen. Eine Erdbeere im Winter oder Frühjahr kühlt uns nur noch mehr aus.
Im Herbst hingegen reifen bei uns Kürbis, Walnuss, Maroni, Kohl. Wir lagern Knoblauch, Zwiebeln, Karotten, Erdäpfel für den Winter. Diese späten Früchte haben wärmende oder neutrale Wirkungen.
Essen wir also das, was gerade bei uns wächst, können wir wenig falsch machen.
Auf Importprodukte müssen wir aber nicht verzichten, wenn wir auf das Temperaturverhalten achten. Khakifrüchte, Granatäpfel und Datteln passen in unseren Herbst/ Winter auch. Zudem können kühlende Früchte wie Mango oder Zitrone durch wärmende Nahrungsmittel ausgeglichen werden. Oder wir brauchen sie im Moment ganz dringend, weil der Körper innerlich erhitzt ist (siehe unten D c)).
4. Ausgewogenheit – Vielfalt
Wem „Ausgewogenheit“ und „Vielfalt“ zu unkonkret ist, dem bietet die TCM ein wunderbares Modell:
a) 5 Farben – 5 Geschmacksrichtungen
Einfach gesagt arbeitet die TCM mit 5 Elementen, denen Organe, Jahreszeiten, Farben, Geschmacksrichtungen etc. zugeordnet sind. Daraus ergibt sich ein einfaches Schema, wobei die Farbe und der Geschmack eines Lebensmittels einem Organ(kreis) zugeordnet werden kann. Die jeweiligen Lebensmittel stärken die zugeordneten Organe.

Klicke hier für die Lebensmittelübersicht.
Ist ein Organ(kreis) geschwächt – was dein TCM-Arzt deines Vertrauens (bspw. Hongli Li oder Hongying Li) feststellen kann -, dann sollte man vermehrt Lebensmittel aus der jeweiligen Sparte zu sich nehmen.
Ausgewogen ernährt sich jedenfalls, wer in jeder Mahlzeit jede der 5 Farben und 5 Geschmacksrichtungen einbaut.
b) Fülle nicht erst im Herbst deine Speicher.
Wer den Sommer nicht nutzt, hat keine gefüllten Vitaminspeicher für die zehrende Jahreszeit. Der Sommer bietet eine Fülle an Obst, Gemüse, Kräutern, die reich an Vitaminen und Mineralstoffen sind. Im Herbst/ Winter sollte man dann aber weiter auffüllen.
5. Zu viel – die Menge macht das Gift
Egal was man isst, alles kann am Ende schädlich werden, wenn es im Übermaß eingenommen wird.
Das gilt selbst für wertvolle Kräuter oder andere gesunde Lebensmittel. Bei den Kräutern kann es bspw. sein, dass die Brennessel zwar sehr gut entgiftet. Wessen Speicher allerdings leer sind, dem entzieht die Brennessel noch „den letzten Rest“ und schwächt mehr dass sie nützt.
Für alle Lebensmittel gilt in der TCM, dass man darauf achten sollte, nicht zu viele kühle oder zu viele warme Lebensmittel verzehrt werden. Orangen sind gesund. Aber im Winter kühlen zu viele davon den Körper aus.
Aber auch bevor es zum „Gift“ wird, sollten wir reduzieren, und zwar hier
- Herumsnacken zwischen den Mahlzeiten
- Zu große Portionen
- Zu schwer verdauliche Portionen (frittiert, fett, gegrillt, roh)
- Zu viel Industrie-Zucker, Weizen
- Füll-, Konservierungs-, Farbstoffe etc.
- Austauschstoffe
6. Zeit nehmen – Achtsamkeit
Wer kennt das nicht: Zeit ist knapp, also sparen wir sie beim Essen. Wir kauen schlecht, essen, während wir andere Tätigkeiten verrichten, setzen uns oft nicht einmal dabei und legen mit vollem Magen gleich wieder los – wenn wir überhaupt eine Pause eingelegt haben. Eigentlich ist es egal, was wir essen, weil wir es eh nicht wahrnehmen.
Bewußt(er) essen heißt:
- Wenn wir essen, nur essen
- gut kauen
- Sehen, tasten, schmecken
- 2min sitzen bleiben und rasten
Probiere es einmal aus und schreibe im Kommentar, ob es einen Unterschied im weiteren Tagesablauf oder am nächsten Tag gemacht hat.
7. So wenig verarbeitet wie möglich
In unserer westlichen Nahrung ist viel zu oft Tiefkühlkost, Fastfood, Zusatzstoffe, Frittiertes, Gepökeltes, Getoastetes, geschält und wieder Eingepacktes, Gezuckertes etc. enthalten.
Hingegen mangelt es oft an gut verarbeitetem Essen: fermentiert, gekocht, gedünstet, roh (bedingt).
Der Gedanke daran, die Lebensmittel so rein und unverarbeitet wie möglich zuzubereiten, ist sicher einfacher gesagt als im stressigen Alltag getan.
Mein heißer Tipp für Menschen, die wie ich nicht (gerne) unter der Woche für sich selbst kochen (können/wollen): Rita bringt´s. Lange Zeit habe ich mir Essen liefern lassen und mich stets gefreut, Vielfalt, Geschmack, Reinheit und Liebe in jedem Gericht zu finden.
Hier ein paar persönliche Gedanken zu Thema „unverarbeitet“:
- Lieber echter Zucker statt chemischer Austauschstoffe
- Lieber brauner Rohrzucker, Kokosblütenzucker, Agavendicksaft statt weißem Industriezucker
- Sanft gegart statt frittiert oder gebraten
- Mehr Fermentiertes (natursauer vergorene Säfte, Joghurt statt Milch, Miso, Salzgurken, Kimchi, …)
- Auf frische, faserreiche Nahrung achten
Bei Rohkost sei darauf hingewiesen, dass dies zwar sehr gesund ist, weil unverarbeitet. Allerdings hat der Magen auch viel mehr Arbeit damit, die harten Fasern aufzubrechen und die Nährstoffe herauszulösen. Zudem gilt Rohkost auch als „kalt“.
Es hilft, die Rohkost einmal kurz mit heißem Wasser zu übergießen oder sanft anzugaren.
Für Obst gilt, dass Kompott für manche Menschen besser verwertbar ist als rohes Obst.
Das Kochwasser von Kartoffeln, Gemüsesuppen und Kompott schmeckt übrigens nicht nur erstaunlich gut, es enthält viele gute Inhaltsstoffe, die beim Kochen herausgelöst wurden.
Der Kochwasserdampf von Kartoffeln ist zudem ein guter Helfer bei Schnupfen: einfach beim Kochen inhalieren.
D) TCM-Tipps für bestimmte Situationen
a) Infekte und Fisch vertragen sich nicht
Fisch und andere Meeresfrüchte nie bei Infekten essen. Sie verteilen die pathogenen Faktoren im Körper.
b) Schlechte Feuchtigkeit/ Schleim im Körper
Anzeichen hierfür sind: breiiger Stuhl, Blähungen, Schwellungen, Akne/ gefüllte Hautpusteln, schleimiger Husten, Muskelschmerzen
Iss Äpfel, Marillen, Reis, Hirse, Kohlsprossen, Champignons, Shitake Pilze, Algen, Kohlsprossen, Lauch, Oliven, Radieschen, Rettich, Linsen, Sardinen, Kidney-Bohnen.
Meide Kuhmilch, Zucker, Weißmehl, Frittiertes, zu viel Fleisch.
Lies hier mehr hierüber.
c) Trockenheit/ Hitze im Körper
Anzeichen hierfür sind: brüchige Nägel/ Haare, trockene Schleimhäute/ Haut, harter Stuhl, starre Gelenke, Regelschmerzen, Neurodermitis
Iss gekochte, saftige Speisen, wie Eintöpfe und Kompott, gute Fette; Tomate, Gurke, Aubergine, Hafer, Kürbis, Feigen, Karfiol Pilze, Soja, Zucchini, Rettich, Rotkohl, Spinat, Rote Rübe, Banane, Mango, Birne, Apfel, Zitrone, Grapefruit, Ananas, Erdbeere, Orange, getrocknete Aprikose, Milchprodukte und deren pflanzliche Varianten, Eier, Schwein
Trinke Fruchtsäfte und Smoothies sowie Milchprodukte und deren pflanzliche Varianten
Meide scharfe Gewürze, Kaffee, Schwarztee, Grüntee.
Lies hier mehr hierüber.
d) Trockenheit und Feuchtigkeit zugleich
Das ist gar nicht so selten der Fall. Hier ein lesenswerter Beitrag dazu.

e) was den Magen beruhigt
Magenberuhigend wirken folgende Lebensmittel: Maroni, Maulbeeren, Süßkartoffeln, Kartoffeln, Rundkornreis, Rosenblüten, Blütentees, Rotwein, Weizenbier
E) Cranio unterstützt Verdauung
Auch Craniosacrale Körperarbeit kann verdauungsfördernd wirken. Wie in anderen Blogartikeln ausgeführt, wirkt Cranio entspannend auf alle Muskeln, Faszien und somit auch Organstrukturen. Der Herzschlag beruhigt sich, der Magen beginnt zu Gluckern. Beste Zeichen der Entspannung.
In diesem Zustand der Entspannung können sich sehr gut Energie-Stagnationen im Verdauungstrakt lösen. Der zuvor feste Bauch kann nach der Cranio schön weich sein.
Die Cranio arbeitet viel mit dem Vagusnerv, dem größten Nerv des Parasympatikus. Der Vagusnerv beeinflusst die Aktivität fast aller unserer Organe. Je besser der Vagusnerv bei einer Cranio-Behandlung angesprochen wird, umso weitreichender die positiv-entspannende Wirkung auf den Verdauungstrakt.
In unserem Alltag ist überwiegend der Sympathikus, sprich der Nerv aktiv, der uns in die sog. Flucht-oder-Kampf-Haltung bringt. In diesen Situationen werden alle reproduktiven, regenerativen und verdauungs-gerichteten Aktivitäten des Körpers reduziert bis eingestellt. Der Vagusnerv ist „deaktiviert“.
Erst wenn der Parasympathikus und damit der Vagusnerv aktiviert wird, gehen die Leistung von Herz, Lunge und Muskeln herunter und werden Magen, Milz, Leber, Nieren, Blase etc. wieder aktiver.
Menschen, die viel unter Stress leiden und ständig im Flucht-oder-Kampf-Modus agieren, haben daher oft Probleme beim Stuhlgang oder der Fertilität.
Cranio und eine gute Ernährung können somit auch bei Verdauung und Fertilität positiv unterstützen.
Probiere es einmal aus und buche gleich einen Termin.
